Ute Eskildsen

Man musste erst das Bewusstsein schaffen, dass Fotografie genauso ein wichtiges Kulturgut ist wie Malerei oder Grafik.

Ute Eskildsen (*1947 in Itzehoe) zählt zu den prägenden Figuren der Fotografie in Deutschland. Nach einer klassischen fotografischen Ausbildung studierte sie an der Folkwangschule in Essen bei Otto Steinert, einem der einflussreichsten Fotografie-Lehrer der Nachkriegszeit. Dort begegnete sie auch dem Fotografen Timm Rautert, mit dem sie zusammenarbeitete und später verheiratet war. Die Auseinandersetzung mit Steinerts Lehre – insbesondere seine präzise und kompromisslose Bildkritik – hinterließ einen nachhaltigen Eindruck auf ihr Verständnis von Fotografie.
Nach ihrem Studium arbeitete Eskildsen als Assistentin Steinerts. Außerdem war sie in seine Ausstellungsprojekte eingebunden und gewann so früh Einblicke in kuratorische Praxis und Fotogeschichte. Die von Steinert aufgebaute fotografische Sammlung wurde nach seinem Tod in das Museum Folkwang überführt – ein Bestand, den Eskildsen später entscheidend mitbetreute, weiterentwickelte und in einen größeren musealen Kontext stellte.
Ab Ende der 1970er-Jahre prägte sie als Leiterin der fotografischen Sammlung am Museum Folkwang über Jahrzehnte hinweg den Umgang mit Fotografie im Museum. Besonders wichtig war ihr, Fotografie als gleichwertiges Kulturgut neben Malerei und Grafik zu etablieren – ein Anliegen, das in Deutschland lange nicht selbstverständlich war. Mit der Organisation von Förderprogrammen, etwa für junge Kurator*innen, trug sie entscheidend zur Professionalisierung der Fotografie bei. Heute lebt Ute Eskildsen in Essen-Werden und in Berlin.



[ssba]