Als das zweite Semester fast vorbei war, kriegte ich die Nachricht, dass der Dozent, Herr von Mahnen, von der Akademie gegangen war. Dann sagte ich das der Professorin vom Orientierungsbereich, Luise Kimme, und ich fragte sie, ob das noch Sinn machte, an der Akademie zu bleiben. Da sagte sie: Ich sehe dich den ganzen Tag fotografieren und ich kenne jemand aus New York, der hier eine Fotoklasse aufmacht, den rufen wir jetzt an. Da hat sie den Bernd Becher angerufen (…) und schwups war ich in seiner Klasse.
Volker Döhne, geboren 1953 in Remscheid, gehört zur ersten Generation der Studierenden der Fotoklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf. Aufgewachsen im industriell geprägten Bergischen Land, entwickelte er früh ein Interesse an Architektur, Technik und urbanen Räumen – Motive, die später zu zentralen Themen seiner fotografischen Arbeit wurden. Bevor er sich der Kunst zuwandte, absolvierte Döhne zunächst eine Ausbildung als Schriftsetzer. Die Beschäftigung mit Typografie, Ordnung und grafischer Gestaltung prägte seinen Blick für Struktur und Serie.
Von 1976 bis 1980 studierte er Fotografie bei Bernd Becher und schloss 1980 als Meisterschüler ab. In dieser Zeit entstanden erste Werkgruppen wie Kleineisenindustrie (1977/78) oder Kleine Eisenbahnbrücken und Unterführungen im Bergischen und Märkischen Land (1979), die dem typologischen Ansatz der Becher folgen und unscheinbare industrielle Bauwerke systematisch untersuchen. Zugleich entwickelte Döhne früh eigene Wege: Mit der Farbserie Bunt (1979) wandte er sich gegen die strenge Schwarzweißtradition der Becher-Schule und richtete den Blick auf farbige Autos und Alltagsarchitektur.
Seit 1980 war Döhne über viele Jahrzehnte als Fotograf und Gestalter an den Kunstmuseen Krefeld tätig. Parallel dazu arbeitete er kontinuierlich an eigenen fotografischen Serien über urbane Räume, Straßen und Architektur. Sein Werk zeigt mit ruhiger Sachlichkeit, wie sich gesellschaftliche und kulturelle Spuren im alltäglichen Stadtbild einschreiben. Volker Döhne lebt in Krefeld.
Foto: Hannelore Foerster/Getty Images