Ich hörte von einer Galerie und da bin ich da reingegangen. Da lagen so Wolldecken rum und es stand ein Mann an der Heizung. Die Galerie sah aus wie eine Pommesbude, wo keine Pommes drin waren, es war so ein Raum in der (Düsseldorfer) Altstadt. Ich sagte, ich wollte mir die Ausstellung angucken, aber sie wären wohl noch beim Aufbau. Nee, antwortete er, das ist die Ausstellung von Joseph Beuys.
So beschreibt Ulrich Erben seine erste Begegnung mit Alfred Schmela 1964 in Düsseldorf, in dessen Galerie er später mehrfach ausstellen wird.
Der 1940 in Düsseldorf geborene Maler hält sich weitgehend raus aus dem Kunsttreiben im Rheinland. Er verbringt seine Kindheit und Jugend in Italien, studiert bildende Kunst an der Akademie von Urbino und Venedig. Später wohnt er am Niederrhein und arbeitet unbeirrt weiter an seiner Suche nach einer neuen Abstraktion. Die Loslösung vom Gegenstand bedeutet für ihn vor allem eine große Lust am Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters. Bekannt wurde Ulrich Erben mit weißen Bildern. Aber wer genau hinsieht, erkennt: Die Ränder des Quadrats sind leicht ausgefranst und unter dem Weiß schimmert braune Farbe hervor.
Der Weg zur Farbe Weiß war für Ulrich Erben Protest und Neuanfang. Als er seine Werke in der Galerie Schmela und danach in der Galerie M in Bochum ausstellt, sind die Bilder so gefragt, dass sie am Ende alle verkauft sind. Zehn Jahre lang, von 1968 bis 1978, malt Ulrich Erben weiße Bilder. Hier erzählt der in Düsseldorf lebende Maler, wie sich seine Karriere entwickelt hat, zu der auch eine Professur an der Kunstakademie in Münster gehört.