Bazon Brock

Bei meiner Goebbels-Rede im Kopfstand ging es mir darum, zu zeigen dass die Goebbelsche Pathetik „Wollt ihr den totalen Krieg?“ auf derselben Ebene steht, wie die Wagnersche „Wollt ihr die totale Kunst?“. Die Leute sollten das kapieren, was es heißt, einen so absoluten Geltungsanspruch für die Kunst zu erheben.

Jürgen Johannes Hermann Brock, geb. 2.6. 1936 in Stolp / Pommern (er gehört mit Odo Marquard, Christian von Krockow, Christian Meier zu den wirkkräftigsten Stolper Jungchen). Seinen nom de plume / nom de plumeau Bazon – „der anwaltlich Redende“ – verdankte er einem Lateinlehrer am Gymnasium.
In den 1960er Jahren bildete Brock mit Joseph Beuys und Wolf Vostell ein Triumvirat des Happening Aktionismus. In Aachen hielt er, auf dem Kopf stehend, einen Vortrag gegen die Nazi-Eliten oder er trat als Schaudenker im Schaufenster der Kölner Galerie Zwirner auf. Berühmt wurden seine Besucherschulen auf der documenta ab 1968, in denen er zur kenntnisreicheren Bildbetrachtung anleitete. 20 Jahre lang lehrte er als Professor für Ästhetik in Wuppertal. Er verstand sich als „Action Teacher“, der Lehre selbst zur Aktion machte. Brock erhielt das Bundesverdienstkreuz, den Wuppertaler Von der Heydt-Preis und mehrere Ehrendoktorwürden. Er lebt in Berlin und Wuppertal.



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