Mischa Kuball

Jede Woche ein anderes Zeichen haben die Leute durch An- und Ausschalten erwirkt. Und Werner Dieter (Vorstandsvorsitzender von Mannesmann) hat gesagt, wenn jemand mal was vergisst, dann sollten wir drei Leute in Petto haben, die durchs Haus flitzen und die Lichter zuschalten. Die haben sechs Wochen Skat gespielt. Keiner musste ausrücken. Alle haben durchgehalten und haben das einfach gemacht.

Mischa Kuball wurde mit dem Projekt „Megazeichen”, das er 1990 am Mannesmann-Hochhaus in Düsseldorf realisierte, als Konzeptkünstler über die lokale Szene hinaus bekannt. Ein zentraler Aspekt war die Choreografie von Licht und Dunkelheit, die die Arbeitszeit im Bürogebäude von der „Kunstzeit” abgrenzte und das Gebäude in der Nacht zu einem weithin sichtbaren Zeichen machte. Die Lichtinstallation, die durch das An- und Ausschalten der Bürolichter der Mitarbeitenden erwirkt wurde, wechselte wöchentlich ihr Aussehen. Kuball wurde am 20. September 1959 in Düsseldorf geboren, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Düsseldorf ist außerdem ein wiederkehrender Schauplatz seiner künstlerischen Arbeit.
Bereits in den späten 1970er-Jahren begann er, sich künstlerisch zu betätigen: Seit 1977 arbeitet er im öffentlichen und institutionellen Raum und entwickelt Installationen, Performances und Interventionen, in denen Licht als zentrales Medium auftaucht. Er setzt Licht ein, um architektonische Räume zu erforschen und soziale sowie politische Diskurse sichtbar zu machen.
Kuball verfügt über keine klassische akademische Ausbildung in der Bildenden Kunst, sondern fand seinen Weg überwiegend autodidaktisch – inspiriert unter anderem von der Düsseldorfer Kunstszene und künstlerischen Strömungen wie der „sozialen Plastik” Joseph Beuys’. Bereits in den frühen 1980er-Jahren experimentierte er mit Dia-Licht-Projektionen, wurde Teil von Netzwerken und realisierte erste öffentliche Arbeiten.
In der ehemaligen Synagoge in Stommeln installierte er 1994 im Inneren extrem lichtstarke Scheinwerfer, sodass das Gebäude zu „strahlen“ begann. 1998 vertrat Kuball Deutschland auf der 24. Biennale von São Paulo. Seit Jahrzehnten zeigt er Installationen und partizipative Projekte.
Von 2007 bis 2026 lehrte er als Professor für Public Art an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Zudem war er als Professor für Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung/ZKM in Karlsruhe tätig.



[ssba]