Als die zweite Nummer raus war habe ich Lawrence Weiner in Düsseldorf in nem Café sitzen sehen, den ich erkannt hatte, wegen seines großen Bartes und weil darin eine Zigarette glimmte. Also bin ich rein und habe ihm erzählt, ich würde ein Kunstmagazin machen und ihn gerne für einen Beitrag einladen. Da hat er gesagt, schick mir ein Exemplar und kurze Zeit später kam dann tatsächlich ein geklebter Entwurf. Und mit diesem Beitrag habe ich dann den nächsten Promi an Land gezogen.
Glückliche Begegnungen wie diese prägen die 12 Ausgaben des Kunstmagazins „Salon“, die Gerhard Theewen vor allem während seiner Zeit an der Akademie Düsseldorf zwischen 1977 und 82 heraus bringt. Auf eigene Faust veröffentlicht der gebürtige Kölner (*1955) gedruckte Kunstwerke in Heftform und schafft deren Vertrieb sogar bis Toronto und New York. Ab 1995 gründet Theewen den in Köln ansässigen Salon Verlag, in dem bis heute über 500 Monographien, Künstlerbücher, Ausstellungskataloge, Werkverzeichnisse sowie Themen- und Theoriebände rund um die zeitgenössische Kunst erschienen sind. Längst sind viele der von ihm herausgegebene Bücher wie „Joseph Beuys. Die Vitrinen“ oder „Rosemarie Trockel. Herde. Werkverzeichnis“ vergriffen. Vor allem die Künstler-Editionen, die zu vielen Büchern erscheinen, sind begehrte Sammlerstücke. Gerhard Theewen erinnert sich an prägende Erlebnisse, Herausforderungen und manche Umwege beim Büchermachen.