Carlo Schröter

Ein Delikatessenladen in Paris hat mich angerufen und gesagt: Wir haben eine Python. Da habe ich geantwortet: ‚gut, schick mal sechs Portionen rüber’. Und dann war die auf der Speisekarte. Und sie war schnell weg.

Carlo Schröter hat in viele Berufe reingeschnuppert, aber er hätte nie gedacht, dass er einmal mit Daniel Spoerri ein Eat Art Restaurant in Düsseldorf eröffnen würde. Der gebürtige Luzerner war Buttertester in der Käseunion in der Schweiz, Kneipier, Kaufmann und auch Restaurator von Kirchenfenstern im Auftrag der berühmten Glaswerkstatt Derix. Durch Zufall lernte er 1963 bei der Arbeit in einer Kirche den Schweizer Künstler André Thompkins kennen, der in Essen lebte. Mit ihm entwickelte er Fenster für eine Kirche. Irgendwann tauchte Daniel Spoerri in der Glasmalerei auf und bei einem Abendessen bei der Düsseldorfer Sammlerin Gabriele Henkel war er „ausführende Behörde“ für ein legendäres Dinner. Es handelte sich um Bankett aus Kuchen, für das zahlreiche Künstler „Eat Art-Objekte“ gebacken hatten, die menschliche Körperteile nachbildeten: Es gab etwa gebackene Finger von James Rosenquist.
Als Inhaber einer Schweizer Wirteprüfung war Carlo Schröter in der Lage, ein Restaurant zu führen. Die Speisekarte des Eat Art Restaurants sollte möglichst alles Essbare einschließen: Heuschrecken, Pythonfleisch, Löwen oder auch Elche, importiert vom König von Schweden. Das schmale Eckhaus in der Altstadt bestand aus einer Bierbar, einem Restaurant und einer Eat Art-Galerie, die 1970 eröffnet wurde. Auch Daniel Spoerri wohnte in zwei Zimmerchen unterm Dach. So wurde Carlo Schröter zum Wirt des Restaurants Spoerri am Burgplatz in der Altstadt von Düsseldorf. Manchmal kam der Galerist Alfred Schmela und regte sich darüber auf, dass er 80 Pfennig für ein Bier zahlen musste.